Vom 26.-27. Oktober 2010 fidnet im bcc Berliner Congress Center das größten Projektmanagement-Event im deutschsprachigen Raum statt: Thema des PM Forums 2010 ist "mehrWERTprojektmanagement. Chancen zum Wachsen nutzen".
Dokumentenqualität bezeichnet im Projektmanagement die Qualität von schriftlichen Arbeitsergebnissen (Dokumenten) auf Basis von definierten Kriterien. Die hier aufgeführten üblichen Prinzipien der Dokumentenqualität lassen sich auch auf andere Arbeitsbereiche der Qualitätssicherung übertragen.
Verständlichkeit
Dokumente sind verständlich, wenn sachkundige Leser den Inhalt des Dokumentes unter Berücksichtigung seines Zwecks verstehen können. Dies bedeutet, dass die mit dem Thema befassten Personen auf Auftraggeber- und Auftragnehmerseite die Inhalte verstehen müssen. Es ist nicht notwendig, dass beispielsweise ein Analysedokument über ein CRM-System auch von einem Mitarbeiter verstanden wird, der nicht am Projekt mitarbeitet und nichts mit CRM-Systemen im Unternehmen zu tun hat. Auf der anderen Seite können Dokumente meist mit wenig Aufwand verständlicher gemacht werden; beispielsweise indem man jedem Kapitel 1-2 einleitende Sätze spendiert.
Genauigkeit und Widerspruchsfreiheit
Dokumenteninhalte müssen mit ihren verbalen Aussagen und Beschreibungen ausreichend präzise sein, um den gewünschten Gebrauch sicherzustellen. Unschärfen im Dokument sind zu vermeiden, um vom Autor implizite Aussagen zu vermeiden, die vom Leser nicht erkannt werden. Begriff wie „im Allgemeinen“, „meistens“, … sind Indikatoren für Unschärfen in der Formulierung. Dokumente sollen keine sich entgegenstehenden Aussagen enthalten, sondern konsistent sein. Dokumente sind insbesondere konsistent (korrekt), wenn ihre Inhalte aufeinander abgestimmte Ziele und Realisierungswege verfolgen und die Beschreibung eines Dokumentes mit jeweils geltendem Zustand aller anderen Dokumente übereinstimmt. Die Anforderungen müssen den fachlichen und technische Gegebenheiten entsprechen, anderenfalls wird das falsche System beschrieben.
Aktualität
Aktualität ist gegeben, wenn die Inhalte von Dokumenten aktuell sind. Dies bedeutet, dass alte Dokumente aktualisiert werden müssen, wenn sich der Sachverhalt ändert und das Dokument noch eine Rolle in dem Projekt spielt. Aus der Problematik der Aktualität von Einzeldokumenten geht man dazu über eine Einzelaussage eines Dokumentes in einer Datenbank, anstatt in einem Dokument zu halten. Damit können die Einzelaussagen/Forderungen/… über den gesamten Lebenszyklus des Projekts oder Produkts behandelt werden. Dies führt auch zu einer Erhöhung der Konsistenz. Beispiele für die Bündelung in einer Datenbank sind Anforderungs- oder Testmanagementtools.
Identifizierbarkeit und Vollständigkeit
Eindeutige Ansprechbarkeit der Teile von Dokumenten, die Angaben zu einem abgegrenzten Sachverhalt machen. Dokumente gleicher Art (z. B. alle Anforderungsdokumente) sollten in einem Projekt ähnlich gegliedert sein, um die Identifizierbarkeit zu erleichtern. Über Projektgrenzen hinweg klappt das nur selten, weil die Projekte zu verschiedenartig sind. Vorhandensein der vollständigen Information in einem Dokument, die abhängig von seinem Verwendungszweck zur Behandlung seines Themas nach Umfang und Detaillierungsgrad notwendig ist. Die Vollständigkeit wird oft durch eine klare Struktur plausibel gemacht.
Anwendung
Üblicherweise legt der Qualitätsmanager (oder Projektmanager) einen definierten QS-Prozess fest. Dabei können die Dokumente beispielsweise in einem Review-Meeting besprochen werden. Es ist wichtig, dass der Prozess frühzeitig bekannt ist. Die Dokumente und die Reviewtermine werden im QS-Plan oder in einer separaten Liste hinterlegt.
Die Kriterien zur Dokumentenqualität werden dann beim Dokumentenreview im Projekt eingesetzt, um Arbeitsergebnisse zu prüfen. Wird die Qualität einer Stelle im Dokument bemängelt, dann muss erklärt werden, warum gegen welches Kriterium verstoßen wird. Dies erleichtert dem Autor die Korrektur insbesondere deshalb, weil im Projekt Mitarbeiter aus völlig unterschiedlichen Arbeitsbereichen zusammenarbeiten, die u. U. noch keine gemeinsame Sprache entwickelt haben.
Hinweis: Dieser Artikel wurde in ähnlicher Form am 14.07.2006 von uns auf Wikipedia zur Verfügung gestellt.
Wegen aktuellen Nachfragen: Das früher auf unserer Seite verfügbare Projektmanagementspiel steht derzeit nicht mehr zum Download bereit. Auf besonderen Wunsch stellen wir es noch zur Verfügung.
Derzeit bauen wir ein Projektmanagement Glossar auf, welches sich initial aus den Inhalten der Wikipedia speist. (Die Texte werden mit Quellenangabe nach der Creative Commons BY-SA Lizenz von uns genutzt).
Auf dem Markt für Projektsoftware findet man sehr viele, teilweise sehr unterschiedliche Produkte. Manche Produkte decken eine Vielzahl von projektmanagement-relevanten Funktionen ab, andere konzentrieren sich nur auf einen kleineren Teilbereich. Die Liste unten gibt einen Überblick über die Software-Anbieter, die wesentlichen Funktionen sowie über die Softwarekategorie und gegebenenfalls die Branchenausrichtung des jeweiligen Produktes. Die Projektmanagement-Softwareliste zeigt eine Übersicht über eine Auswahl der am Markt vorhandenen Projektmanagementsoftware. Die Liste soll von den jeweiligen Anbietern von entsprechender Software ergänzt und anschließend gepflegt werden. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und soll im Laufe der Zeit stetig wachsen und aktuell gehalten werden. Bitte beachten Sie, dass sich eine Liste auf die freie und die andere auf die kommerzielle Software bezieht. Neueinträge oder Änderungen können Sie gerne per Formular melden.
Bitte beschreiben sie die Software im gleichen Stil wie unten und schreiben sie in welcher Rubrik die Software erscheinen soll. Sie Aufnahme in die SW-Liste ist kostenlos. Wir behalten uns vor einzelne Produkte nicht einzutragen, wenn wir der Ansicht sind, dass sie inhaltlich oder qualitativ nicht in die Liste passen. Eine Verlinkung findet statt bei Gegenlink auf der Webseite des Herstellers.
Freie Software
Ganttproject
* http://ganttproject.sourceforge.net/ * Gantt-Charts/Tasks * Ressourcenverwaltung * Schnittstelle zu MS Project und Tabellenkalkulation * Reporting/Auswertungen * Branchenneutral
Openworkbench
* http://www.openworkbench.org/ * Charts/Tasks * Ressourcen * Reporting/Auswertungen * große, aktive Community * Branchenneutral
Openproj
* Serna Softwarem, Inc. http://openproj.org/ * Ähnlich Single User MS Project * Open Source * Hersteller bietet auch PM Software "on demand" an
PHProjekt
* http://www.phprojekt.com/index.php?newlang=deu * KEINE PM-Software * Groupware Funktionalität zur Projektunterstützung * Aufgaben, Termine, ... * Branchenneutral
StreberPM
* www.streber-pm.org * Wiki-getriebenes PM und Kollaborationstool
dotProject
* http://www.dotproject.net * Online Lernprogramm (English) * Multiprojekt * Kollaborationsfunktion (Groupware) * Webbasierend (Demos vorhanden unter Web Links)
Project/Open
* http://www.project-open.com/ * Web-Browser basiertes PM-System mit Projekträumen und Funktionen zur Verwaltung von Kunden, Aufwänden etc. * hält sich für Marktführer, ist es aber nicht ;-) * sehr umfangreiche Funktion auch in Richtung Abrechnung * Branchenneutral
TaskJuggler
* http://www.taskjuggler.org/
Kommerzielle Software
ACOS PLUS.1
* ACOS Projektmanagement GmbH, http://www.acos.com * Multi Projekt Management System * Branchenneutral * Netzplantechnik, Einzel- und Multiprojektplanung, Struktur-/ Gruppenbildung und Verdichtung (Vorgänge/Ressourcen/Kosten); WebVersion: ACOS Web
Afinion Project-Viewer
* Afinion, http://www.afinion.de * Viewer für MS Project * Branchenneutral * Software zur Betrachtung von Plänen, die in MS Project erstellt wurden ohne Veränderungsmöglichkeit
AGRESSO Project
* AGRESSO, http://www.agresso.com
Alpha Project WorkBench
* HISC AG, http://www.alphaproject.com/html/home_de.htm * Multi Projekt Management System * Branchenneutral * Projektkonfiguration, Projektplanung, -steuerung und -kontrolle, Konfigurations- und Qualitätsmanagement, Projekt Administration, Projektportfolio Management
A-Plan
* Vertrieb über PD-Profi Zöttlein Software Vertrieb, http://www.pd-profi.de/APlan/a-plan.htm * Multi Projekt Management System * Zeit-, Soll/Ist-, Ressourcen-, Budget-Planung
Artemis 7
* Artemis International Solutions Corporation, http://de.aisc.com * Multi Projekt Management System * Entwicklung in Indien * Branchenneutral
ASTA easyplan + Asta Powerproject
* ASTA DEVELOPMENT GMBH, http://www.astadev.de * Projektmanagement und Multiprojektmanagementlösung * Branchenneutral * Kosten / Nutzen, Einfache Planerstellung, Projektablauf, Projektstruktur, Codierungen, Kostenplanung, Filter und Sortierung, Soll-ist-Vergleich, Ausdrucke, Dialogtechnik, Kalender
Blue Ant
* proventis GmbH, http://www.blue-ant.de * webbasiert * Projekte und Ressourcen planen, steuern und auswerten * integriert Wissens- und Dokumentenmanagement * Testzugang möglich
cando project intelligence
* Cando projects GmbH, http://www.candoprojects.com * Multi Projekt Management System * Branchenneutral
CoP - Controlling of Projects
* SMC GmbH, http://www.s-m-c.de/de/cop/index.php * Zeit- und Kostenerfassung * Reports * MS Project-Schnittstelle * Auch Gantt (Demo (http://www.s-m-c.de/gantt/)) * Projekteverwaltung * Mitarbeiterverwaltung * Projektunabhängige Vorgangsverwaltung
Genuis Project
* GENIUS INSIDE AG, http://www.geniusinside.de * Projekt- und Portfoliomanagement auf Basis Lotus Notes oder On-Demand (SaaS) * Dokumentenmanagement, Reports und Dashboard * Gantt Chart, Planung * Ressourcenmanagement * Risikomanagement, Änderungsmanagement
GRANEDA Dynamic
* Netronic, http://www.netronic.de/german/index.html * nur Teilfunktionalität * Grafik-Software für Projektarbeit und Präsentationen; zur Visualisierung aus Ihrem Planungssystem (wie Microsoft Project oder aus Datenbanken), planen Sie grafisch weiter, ändern Sie Logik, Knoteninhalte und Termine und schreiben Sie die Änderungen zurück. * unterschiedliche Darstellungsarten * Branchenneutral
in-Step
* microTOOL, http://www.microtool.de/instep/de/ * Multi Projekt Management System * Projekt Management System * Branchenneutral * Projektplanung und -steuerung integriert mit Anforderungsmanagement und Konfigurationsmanagement * kostenlose Single-Userversion zum Testen verfügbar (Personal Edition)
MS Project
* Microsoft, http://office.microsoft.com * Multi Project Management System * Branchenneutral * Projektplanung inkl. Ressourcenmanagement, grafische Übersichten, mit weiteren MS-Produkten auch als Server Installation
project2web
* NEUSTA GmbH, http://www.neusta.de/de/produkte/projektmanagement/ * Planung * Verfolgung, Controlling * Kommunikation * Dokumentation * vollständig webbasierte Multipprojektmanagement-Software * Branchenneutral
Outlook Projektmanagement
* InLoox IQ medialab GmbH, http://www.inloox.de * Single Project Management System * Branchenneutral * Projektplanung, grafische Übersichten
PLANTA Project (ehemals PPMS)
* PLANTA Projektmanagement-Systeme GmbH, http://www.planta.de * Enterprise Project Management System: unterstützt den kompletten Projektlebenszyklus - von der Projektidee bis hin zur Projektarchivierung * Branchenneutral, prozessorientiert nach DIN 69901 oder Abbildung kundenindividueller Prozesse * Ab Rel. 390 präsentiert PLANTA eine komplett neue Benutzeroberfläche mit workflow-orientierter Panel-Technologie und die PLANTA-Produktpalette einen neuen Namen: PLANTA Project, PLANTA Portfolio, PLANTA Request, PLANTA Sales, PLANTA Content Management.
Primavera - Project Planner (P3)
* Primavera Systems, Inc, http://www.primavera.com * Multi Project Management System
Primavera - Enterprise Project Management (P3e)
* Primavera Systems, Inc, http://www.primavera.com * Enterprise Project Management System
ProjectNetWorld
* EngineeringNetWorld Internet Services AG, http://www.projectnetworld.com * Multiprojektmanagement-Plattform * webbasierende ASP-Applikation * zentrale Planung, Steuerung und Kontrolle verteilter Teams * Branchenneutral * 30 Tage kostenlos testen
Projectplace
* Projectplace GmbH, http://www.projectplace.de/ * Branchenneutraler Onlinedienst für Collaboration, Dokumentenmanagement und Projektsteuerung * vollständig webbasiert, zwei Nutzungsmodelle: Einzelprojekte und Firmenlösungen * umfassendes Portfoliomanagement, unterstützt die Implementierung von Projektmodellen und Best Practice-Verfahren
Projektron BCS
* Projektron GmbH, http://www.projektron.de/ * Multi Project Management System * Branchenneutral * vollständig webbasierte Projektmanagement Software, mit der Sie Ihre Projekte planen, koordinieren und auswerten können
Sciforma PS Suite
* Le Bihan Consulting, http://www.lebihan.de/ * Enterprise Project Management System * Branchenneutral * Sciforma PS Suite besteht aus der Planungssoftware Sciforma Project Scheduler 8 mit kritischer Pfad und "Critical Chain" Methodik, der Kommunikationssoftware Sciforma Project Communicator 3 mit den Komponenten PC Inform, PC Objectives und PC Admin zur Projektverfolgung und der Schnittstelle Sciforma Project Scheduler Interface zum führenden ERP System SAP R/3 und dem zugehörigem Projektmanagement-System SAP PS.
Teamwork
* http://www.twproject.com * in Java entwickelt * Web-Browser basiertes PM-System mit multi Projekt Management * import/export für MS Project und Ical * Branchenneutral * 30 Tage kostenlos testen
Virtuelle Projektverwaltung online
* SwissASP AG, http://vpv.swissasp.ch/ * Multi Project Management System * Branchenneutral * Weblösung zur Projektplanung, Budgetierung und Zeiterfassung.
Woodpecker Time Tracker
* AVS GmbH, http://www.woodpecker-tt.com * webbasiert und multiuserfähig * Projekte in Tätigkeiten gliedern * Arbeitszeiten erfassen und auswerten * Urlaubs- und Überstundenverwaltung * integrierte Angebots- und Rechnungserstellung * Testzugang möglich
Werkstatt42
* bauland42, http://www.werkstatt42.de * CMS basiertes Kollaborationstool, Zielrichtung Projektbearbeitung * komplett Webbasiert, Vertrieb auch als Service (Abo/Mietsoftware) * Meilensteine, Aufgaben, Zeiterfassung, Dateien, Foren, kollaboratives Whiteboard * Testzugang möglich
Heute am 12.03.2010 ist der Welttag gegen Internetzensur ausgerufen. "Reporter ohne Grenzen" warnt vor der zunehmenden Kontrolle des Internets durch die jeweiligen Machthaber.
Die kostenlosen Lernprogramme (WBT) zum Projektmanagement bedürfen der Überarbeitung, da sie mit neuern IE-Versionen nicht mehr kompatibel sind. Daher sind sie auf der neuen pmqs.de Seite noch nicht online.
Änderungsanforderungen an alle Stakeholder kommunizieren
Wie wir gesehen haben, basiert fast die gesamte Testvorbereitung auf den Anforderungen. Werden nun Anforderungsänderungen (=beschlossene Änderungsanforderungen) nicht an das Testteam kommuniziert, dann werden die falschen Dinge getestet und falsche Abweichungsmeldungen erstellt. Die nachfolgenden Diskussionen und die Suche nach der genauen und aktuellen Anforderungspezifikation sind zeitraubend und unnötig.
Bekannte Gründe für Prozessversagen können sein:
Undokumentierte Änderungen: Der Fachbereich/Kunde diskutiert direkt mit dem Entwickler. Der hilfsbereite Entwickler setzt einen Änderungswunsch „mal schnell“ um. Der Projektmanager oder der Testmanager muss den Entwickler und den Kunden so informieren, dass Änderungen in Zukunft nur noch über den definierten Anforderderungsmanagementprozess laufen.
Veraltetet Anforderungsspezifikationen: Ein Fehler des Testers oder eine schlecht gelebte Versionsverwaltung führt dazu, dass der Tester auf einer alten Version der Anforderungsdokumentation arbeitet. Die Versionierung der Anforderungen muss eindeutig geregelt sein. Am Besten liegen die Anforderungen auch nicht auf dem Netzlaufwerk, sondern in einer Datenbank (Organisatorisches Testtool) oder dem selben Versionierungstool, welches auch die Entwickler schon verwenden.
Es ist wichtig, dass ein Anforderungsmanagementprozess alle Stakeholder bis zum Ende einbindet:
Aktualisierung der Anforderungsdokumente (oft „Fachkonzept“ oder „fachliche Spezifikation“)
Anpassung der Designdokumnetation („IT Konzept“)
Aktualisierung der Testfälle und ggf. Testautomatisierungsskripte
Anpassung der Testausführungspläne
Anpassung des Code und der Programmdokumentation
Anpassung Prozessbeschreibungen im Unternehmen
Anpassung der Schulungsunterlagen für die Benutzer
Ggf. Anpassung Budget und Zeitplanung
Risikobetrachtung der (nachträglichen) Änderung
Aus der Liste kann man schon sehen, dass eine einzige nachträgliche Änderung es erfordern kann, dass eine Vielzahl von Leuten am Entscheidungsprozess partizipieren müssen, bzw. nachträglich die Änderungen in ihre Arbeitsergebnisse einbauen müssen. Die Liste ist natürlich von Projekt zu Projekt unterschiedlich. Bedeutet eine nachträgliche Änderung, dass das Gesamtprojekt um Wochen verzögert wird? All diese Informationen müssen im Entscheidungsprozess gesammelt und bewertet werden.
Man sollte sich auch davon verabschieden, manche Dinge erst nachträglich anzugehen: Je später die Inkonsistenzen angesprochen werden, umso aufwendiger wird es, diese zu bereinigen.
Neuere organisatorische Testmanagement-Tools beinhalten meist auch ein Anforderungsmanagement. Benutzen sie es!
Nicht aus Basis eines bestehenden Systems entwickeln und Testen
Viele Softwareprojekte erweitern eine bestehende Applikation. Insbesondere, wenn es sich um „legacy“ Anwendung handelt kommt es hier zu Problemen, wenn das Anforderungsmanagement das bestehende System als einzelne Basisanforderung nimmt, anstatt die einzelnen Funktionen zu analysieren. Ein Beispiel für ein solches Vorgehen ist, dass das Unternehmen ein anderes aufgekauft hat und nun die Funktionalität der eigenen legacy Anwendung erweitert. Anstatt den kompletten Funktionsbedarf zu bestimmen, wird nur das „Delta“ betrachtet, die Menge an neuer Funktionalität, welche man zum aktuellen Zeitpunkt abschätzt. (Damit meine ich implizit: Auch die Testfallbasis für das bestehende System ist nicht vorhanden oder veraltet.)
Die Zeit für eine komplette Analyse wird „eingespart“.
Ist die bestehende Anwendung schlecht dokumentiert (und davon gehe ich jetzt einfach mal aus), dann führt eine Softwareerweiterung schon auf der Entwicklungsseite zu „unvorhergesehenen“ Problemen. Auf der Testseite wird es richtig spannend: Auf welcher Basis findet nun die Testfallermittlung statt?
Sie wollen ja nicht nur die neue Funktionalität testen, sondern auch sicherstellen, dass die bestehende Funktionalität das tut, was sie tun soll. Daher wird die Anforderungsanalyse eigentlich nur in die Testvorbereitung geschoben, anstatt schon vorher von den Business Analysten gemacht worden zu sein. Weshalb die Testvorbereitung dann plötzlich länger dauert, ist dann überraschenderweise vielen Projektmanagern ein Rätsel! Eine weitere Komplexitätserhöhung resultiert aus der Projektlaufzeit: Zusätzlich zur Weiterentwicklung auf das eigentliche Projektziel hin, gibt es eine Wartung des Produktivsystems (Funktionserweiterungen zusätzlich zum laufenden Projekt), welche notwendige Erweiterungen der bestehenden Funktionalität macht. Gibt es jetzt kein übergreifendes Anforderungsmanagement (gibt es nicht, weil die Basisfunktionalitäten sind ja nicht einzeln benannt), dann werden die Testfälle auf ein „moving target“ hin entwickelt. Auch die Testfallentwicklung auf Basis des Altsystems ist fragwürdig: Ein Testfall besteht ja bekanntlich aus einer Arbeitsanweisung, Testdaten und einem erwartetem Ergebnis. Das erwartete Ergebnis leitet der Tester nun aus einem Alt-System ab, von dem er nur annimmt, dass es das bisher richtig tut.
Wie geht man jetzt richtigerweise an das Problem heran:
Man bezieht die Neuentwicklung und das Applikationsverhalten auf eine definierte Version der Alt-Applikation. Parallelentwicklungen laufen in einem separaten Code-Strang, der erst in einer eigenen Teststufe am Projektende mit dem Projekt verheiratet wird.
Die bestehende Applikation wird analysiert und dokumentiert. Aus Zeitgründen kann dies als liste, gliedert nach den Modulen, etc. passieren. Daraus leiten sich dann Testszenarien ab. Es reicht dabei nicht, die Benutzerschnittstelle zu dokumentieren. Dahinter liegende Prozesse und Rechenkerne müssen ebenfalls dokumentiert werden, um sinnvolle Testszenarien abzuleiten.
Einbindung von Aktualisierungen (Updates, Produktionswartung) der bestehenden Applikation in das übergreifende Anforderungsmanagement.
Für die Zukunft sollte ein Projekt-übergreifender (also zeitlich gemeint – von Projekt zu Nachfolgeprojekt) Entwicklungs-, Dokumentations- und Testprozess implementiert werden.
Derzeit arbeiten wir an einer Reihe mit Beiträgen (Serie) über Einsatz und Bedeutung von professionellem Testmanagement im IT Projektumfeld. Hintergrund ist, dass Testmanagement ein wichtigen Beitrag zur Qualität des Projektergebnisses in Softwareprojekten liefert, aber selten die notwendige Beachtung im Rahmen des Projektmanagements bekommt..
Professionelle Testmanager einsetzen/aufbauen
Eines der Ergebnisse der CHAOS Studie war die Feststellung, dass professionelle und gute ausgebildete Projektmanger erheblich zum Projekterfolg beitragen. Ähnliches gilt „im Kleinen“ für die Durchführung von Tests und damit für die Qualitätssicherung des Projektprodukts (Software) und damit für die Erreichung der Abnahme.
Während sich inzwischen die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass man für die Durchführung von Projekten spezielle Führungskräfte benötigt – eben Projektmanager - finden auf der anderen Seite die Maßnahmen zur Qualitätssicherung weniger Beachtung. Qualitätsmanagement ist eines der Kernwissensgebiete des Projektmanagement. Es bedeutet jedoch nicht unbedingt, dass der Projektmanager sich auch gut im Bereich der Testmethode auskennt.
Daher kann es sinnvoll sein, die Testvorbereitung und Testdurchführung im Projekt professionell zu betreuen.
Man sollte sich immer vor Augen halten, was Test für das Projektergebnis bedeutet: Es ist die Vorbereitung der Abnahme durch den Kunden. Daher muss schon die Aufnahme der Abnahmekriterien (hier: Testfälle) sehr strukturiert und vollständig durchgeführt werden. Dies erfordert Methodenwissen im Bereich Test und ein gutes Durchsetzungsvermögen.
Ein weiterer Aspekt ist der Zielkonflikt zwischen Produkterstellung und Qualitätssicherung: Während der Projektmanager rein psychologisch irgendwann in den get-it-done!-Modus (Werdet endlich fertig!) umschwenkt, ist es dringend erforderlich, dass es ein Gegengewicht in Form eines professionellen Testmanagers gibt, der bis zu letzt im get-it-right!-Modus (Macht es richtig!) bleibt. Dies bedeutet nicht: „Qualität um jeden Preis!“, aber wenn Termine eingehalten werden müssen, muss am Ende zumindest eine qualitativ vollständige Bewertung der Software vorliegen und die Risiken einer evtl. „verfrühten“ Produktivschaltung müssen den Entscheidern bekannt sein. Dies kann ein professionelles Testmanagement leisten.
Bei Unternehmen, mit einem hohen Anteil von Softwareentwicklungsprojekten, lohnt sich daher der Aufbau einer professionellen Testmanagement Abteilung, sowie der damit verbundene Ausbildungsaufwand.
Vereinfacht gesagt sind Testmanager Menschen mit Projektmanagement und mit Test-Ausbildung. Eine Doppelzertifizierung steht ihnen gut zu Gesicht.
Positionierung des Testmanagements
Die Positionierung des Testmanagement im Unternehmen und im Projektgeschehen kann sich auf den Erfolg des Testmanagements auswirken.
Bedingt durch die Tätigkeit selbst passiert es, dass die Tester und Testmanager genau dann Beachtung durch das Management erfahren, wenn ein Projekt schlecht läuft. Läuft ein Projekt gut, bekommt die Lieferantenseite (Entwickler & Projektmanager) die volle Aufmerksamkeit des Managements.
Eine schwache Vertretung des Test-Gedankens beim Management großer Unternehmen hat einige unangenehme Seiteneffekte:
Immer nur bei Problemen vom Management Beachtung zu finden ist nicht motivierend für die Testmannschaft. Gute Mitarbeiter wählen ggf. mit den Füßen – sie finden auch Unternehmen einen Job, wo ihre Arbeit gewürdigt wird.
Für den Projekterfolg ist es oft notwendig, wenn der Testmanager das nötige Standing hat um Liefertermine durchzusetzen oder zumindest die Priorisierung des Kunden bei der Entwicklung durchzusetzen. Gleiches gilt für andere konstruktive und analytische QS Maßnahmen, die der Testmanager durchsetzen muss, wenn er insgesamt gute Ergebnisse von der Entwicklungsseite bekommen möchte. Ist dies nicht der Fall, gefährdet dies den Projekterfolg.
Wird professionelles Testmanagement zur Chefsache erklärt und auch so im Unternehmen kommuniziert, dann ist der Testerfolg leichter zu erreichen. Daher sollte es immer einen Machtsponsor für Testmanagement im Unternehmen, bzw. für das spezielle Projekt geben. Während der einzelne Testmanager in seinem die Nähe zum Machtsponsor suchen kann, würde eine strukturelle Positionierung des Testmanagements auf Augenhöhe mit dem allgemeinen Projektmanagement die Arbeit für alle Projekte im Unternehmen erleichtern.
Testmanagement Methode festlegen
Bezüglich der Methode gilt für Testmanagement das selbe, wie für Projektmanagement: Es ist gut eine zu haben!
Es gibt verschiedene Aspekte, die für den Einsatz einer unternehmensweiten Testmethode sprechen:
Wiederverwendbarkeit von Vorlagen
Einheitliches Reporting über mehrere Projekte, bzw. projektübergreifendes Reporting
Vermeidung von Missverständnissen durch Schaffung eines gemeinsamen Wortschatzes
Ermöglichen einer Lernkurve für neue Mitarbeiter im Bereich Test (sonst wird alles ständig neu erfunden)
Verbesserung der Gesamtergebnisse in der Softwareentwicklung durch Implementierung einer Testkultur
usw.
Eine wichtige Empfehlung an dieser Stelle ist: Erfinden sie das Rad nicht neu.
Es gibt jede Menge Prozessmodelle und Verfahren zum Thema Test und Testmanagement. Nehmen sie bitte bestehendes Verfahren; dieses wird sowieso an die Bedürfnisse in ihrem Unternehmen angepasst. Der IEEE 829 Standard (incl. seiner deutschen Übersetzung) ist beispielsweise eine gute Stelle um damit anzufangen, die Ergebnisdokumente und den Wortschatz für Test für ihre Unternehmen zu vereinheitlichen. Viele Unternehmen haben bereits eine Projektmanagementmethode in ihrem Unternehmen etabliert. Docken sie die Testmanagement-Methode möglichst nahtlos daran an, um Reibungseffekte und Kompetenzstreitigkeiten mit dem Projektmanagement zu vermeiden.
Es hilft wenig, den IEEE Teststandard mit dem Firmenlogo zu versehen. Sie muss an die konkreten Bedürfnisse des Unternehmens, die konkreten Ansprechpartner, usw. angepasst sein. Außerdem muss die Methode auf die jeweiligen Projekte zuschneidbar sein. (Als Kriterium die Projektgröße in Euro vorzugeben mag nicht zielführend sein.) Eine Testmanagement-Methode muss auch strukturiert eingeführt werden. Es macht Sinn, dies beispielsweise auf Basis von Pilotprojekten zu machen.
Testmanagement Tools
Iin aller Regel lohnt sich der Einsatz eines professionellen Testtools (organisatorisches Testtool). Der Mehrwert ergibt sich aus einer geordneten Sammlung der Aktivitäten und Artefakte der Testvorbereitung und Testdurchführung. Außerdem lassen sich die Test-relevanten Tätigkeiten mit einem Prozess hinterlegen.
Hinweis: Daneben gibt es noch die technischen Testtool (Testautomatisierung, Lasttestmessung, etc.); deren Einführung lohnt sich abhängig von der Art der Projekte und des Unternehmens.
Dem Nutzen der Testtools steht natürlich immer die Kosten entgegen. Gerade das markt-führende Tool „HP Quality Center“ kann oft nur von entsprechend großen Firmen verwendet werden. Es gibt noch eine Reihe freier Tools, welche dann aber oft einen eingeschränkten Funktionsumfang haben. Verbreitete Tools haben natürlich auch den Vorteil, dass sie wesentlich leichter an Know How kommen, wenn sie es für ihr Projekt zukaufen müssen. (Das gilt sowohl für Tool-bewanderte Testmanager, als auch für Tooltrainer oder Tool-Administratoren. )
Ein wichtiger Aspekt beim organisatorischen Testmanagement-Tool ist die Einführung und die unvermeidliche Softwareanpassung. HP Quality Center biete eine Vielzahl von Möglichkeiten, dass Tool zu nutzen und anzupassen. Hier besteht die Gefahr, dass die Projekte im Unternehmen „eigene Wege“ gehen, welches bei späteren gemeinsamen Projekten schwer macht wieder „zusammen zu finden“. (Beispielsweise wenn eine Reihe von Applikationen in einem Technologie- oder Migrationsprojekt gemeinsam getestet werden muss.)
Daher sollten die Anpassungen – genauso wie alle anderen Softwareentwicklungen im Unternehmen – von einem guten Softwarearchitekten geprüft werden. Einer sollte den „Griff“ auf das Datenmodell behalten und Wildwuchs radikal eindämmen. In der Regel reicht EIN Prozessmodell für alle.
Eine zentrales Applikationsmanagement für das Testmanagement Tool, welches über reine Lizenzverwaltung hinausgeht, lohnt sich auch um beispielsweise zentral Schulungsunterlagen zu erstellen, Einweisungen durchzuführen oder die Hoheit über den Testprozess allgemein zu halten.
Hinweis: Haben Sie selbst bereits Erfahrungen mit Testtools gesammelt? Lassen sie es uns über die Kommentarfunktion wissen.